Mittwoch, 12. November 2014

Interview mit der Autorin Laura Windmann

Liebe Laura, danke dass du dir Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten.
Du hast dich als Autorin zur Expertin für „Muttis“ entwickelt, nicht nur dein Roman „Mutti geht’s gut“ wurde auf Anhieb zum Erfolg, sondern auch dein aktuelles Buch  "Mutti hebt ab".

1)     Hat dich Mutti zum Schreiben gebracht? (Wie wurde aus dir eine Autorin?)
Geschrieben habe ich bereits als Kind und Jugendliche.  Anfangs waren es kleine Märchen und Fantasy-Geschichtchen, dann habe ich mit  Anfang Dreißig  Kolumnen für eine Internetpräsenz verfasst. Hier fing ich an,  Alltags-un-geschicke humorvoll zu verpacken. Damals konnte ich damit vor allem die weibliche Leserschaft für diese leicht ironischen, skurillen Geschichten begeistern. 
Das hat mich darin bestärkt, nicht mit dem Schreiben aufzuhören. Muddi hat mich vielleicht zum Schreiben gebracht, weil sie mir ihre Gene vererbt hat: sie selber hat als junge Frau ihre eigenen Erlebnisse aus der Nachkriegszeit zu Papier gebracht.

2)     Kannst du uns ein wenig erzählen, wie es zu deinem Erstlingswerk kam vom Niederschreiben bis zum Druck?
Ja, gern. Vor rund fünf Jahren hatte mein Sohn mich dazu überredet, mich auf der Internetplattform "Facebook" anzumelden, wobei ich mir anfangs gar nicht vorstellen konnte, wozu man sich überhaupt dort "herumttreiben" sollte...Dann bin ich durch eine Freundin an meinen späteren Agenten und Lektor Kurt Heering geraten, mit welchem ich mich im Laufe der Zeit über mein "Hobby", das Schreiben, immer intensiver unterhielt. Ich schickte ihm kleine Kostproben, die ihm bereits recht gut gefielen. 
Irgendwann dann schrieben wir uns recht angeregt  zu dem Thema "Mütter" und deren Eigenarten bei Erreichen eines gewissen Alters. Kurt rezitierte passend hierzu aus Paul Watzlawicks Buch "Anleitung zum Unglücklichsein", welches ja durchaus in vielen Passagen verdeutlicht, wie schwer man sich sein Leben machen kann,wenn man Vermutungen über die Befindlichkeiten und angestrebten Ziele der Mitmenschen anstellt. Parallelen zu kleinen gemeinsam erlebten Situationen mit meiner Mutter brachten Kurt Heering dann dazu, mir vorzuschlagen, doch einfach einmal einige Geschichten von Erlebnissen mit meiner "Muddi" aufzuschreiben.
Das tat ich mit Begeisterung und mein Agent ließ schließlich diese ersten Teile aus dem späteren Buch als E-Book im Internet erscheinen. Schon nach einer Woche landeten die ersten kleinen Geschichten auf Platz eins der dortigen Listen. Irgendwann dann erhielt ich einen Anruf von Kurt, in dem er mir verkündete, er hielte einen Vertrag von Bastei Lübbe in seinen Händen und ich könne nun die Sektkorken "knallen lassen". Ich hatte dann plötzlich den Auftrag, möglichst zügig rund 250 Seiten "Muddi-Stoff" zu schreiben. Das habe ich geschafft....und landete nach Erscheinen von "Mutti geht´s gut" innerhalb kürzester Zeit auf der Spiegel-Bestsellerliste!

3)     Wie bist du mit dem Erfolg zurecht gekommen, was ändert sich im Leben?
Nun, dieser kleine Erfolg hat mich wahrlich nicht aus der Bahn geworfen..., er war aber Grund genug, mich sehr bestätigt zu fühlen. Und das ist letztendlich das Wichtigste für einen Autoren. Sicherlich ebenso wichtig wie für einen Songwriter oder Schauspieler. Bestätigung durch positive Resonanz. Ändern tut sich das Umfeld. 
Man erhält im Laufe der Zeit viel Anregung durch Autorenkollegen, die sich hier rund um meinen Agenten zu einer Art "Pool" - auch durch das Medium "Facebook" - gebildet hatten. Leider verstarb Kurt Heering im letzten Jahr....wir alle hatten einen guten Freund, Mentor und Kraftgeber verloren...

4)     Wie ist dein Verhältnis zu Mutti aktuell?
Ich würde sagen gut. Das war es immer und so wird es auch bleiben. Auch wenn wir doch ab und an aneinander geraten. Das Kriegsbeil ist schnell aus-, aber auch zügig wieder begraben!

5)     Wie ist dein aktuelles Buch entstanden? Worum geht es?
"Mutti hebt ab"  berichtet über kleine und große Reisen mit Muddi. Dazu zählen die vielen kleinen Familienausflüge in der Vergangenheit, aber auch die große Stettin-Reise mit ihr und meinem Sohn, die wir vor einigen Jahren antraten, um Muddis alte Heimat zu besuchen. Wie im ersten Buch versuche ich hier aufzuzeigen, wie schwierig manchmal das Zusammenleben mit der engsten Familie sein kann, aber auch, wie leicht das "Verzeihen" möglich ist...und ja letztendlich auch sein sollte. 
Man hat nur eine Familie und ich finde es immens wichtig, diese zusammen zu halten. Selbst wenn man manches Mal kaum erträgt, wie anders doch Mütter denken können als man selbst. Weil man eben eine Generation jünger ist....

6)     Woher nimmst du die Inspiration zum Schreiben?
Ich besuche meine Mutter...und trinke ihren wahnsinnig starken Bohnenkaffee...  ;-)

7)     Du bist bei einem grossen Verlag in Deutschland. Ist es ein grosser Unterschied für einen Autor, zwischen E Books herauszugeben und „Angestellte“ eines grossen Verlags zu sein? Worin liegen die Unterschiede?
Da ich nur kurzfristig auf das E-Book reduziert war, kann ich das ganz schlecht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich mich bei dem "großen" Verlag recht gut aufgehoben fühle und auch viele Kontakte dorthin halte. Selbst bei persönlichen Fragen steht immer jemand zur Seite...

8)     Kann man dich auf Lesungen antreffen?
Ja, kann man. Anfang des Jahres habe ich einige gehalten, dieses Jahr hatte ich aus persönlichen Gründen keine Zeit oder Muße. Aber ab 2015 möchte ich gern wieder durchstarten!

9)     Wo kann man dich im Netz finden? Und wo deine Bücher erwerben?
Im Netz bin ich zu finden unter http://www.laura-windmann.de. 
Meine Bücher kann man direkt beim Verlag Bastei Lübbe und natürlich auf allen bekannten Online-Buchshops erwerben.

Ganz lieben Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin

Ich danke auch recht herzlich! :-) Die Laura Windmann.